Bisherige Projekte
30.09. - 03.10.1995 Tagung "Wege zur Lebensenergie. Zwischen
Therapie und Spiritualität" in Schweinfurt
14. - 17.04. 2005 W. Wagner ist einer der Lehrer bei "Training Across
Borders", einer Friedensinitiative von Aiki-Extension
in Nikosia, Zypern
17. - 20.05.2007 Tagung "Living Aikidô: Bewegungs- und
Lebenskunst" in Schweinfurt
(siehe Tagungsband unter "Literatur")
21. - 23. 05.2009 Tagung "Living Aikidô: Bewegungs- und
Friedenskunst" in Schweinfurt
Aikidô - Prinzipien einer Friedenskunst
Bericht über ein Seminar von Winfried Wagner,
Leiter des Aiki-Instituts für Gesundheitsförderung und Selbstentwicklung Schweinfurt,
assistiert von Edith Wagner
im Rahmen des internationalen Master-Studienprogramms in
Peace, Development, Security and International Conflict Transformation
der UNESCO an der Universität von Innsbruck, Österreich,
vom 16. – 20. August 2010
Initiator und Leiter dieses internationalen Master-Studiengangs ist Prof. Dr. Wolfgang Dietrich. Sein Konzept geht von einer Pluralität des Friedensbegriffes aus, d.h. auch wenn alle Menschen von Frieden sprechen, so meinen sie damit doch nicht alle dasselbe! Wolfgang Dietrich spricht deshalb von den „vielen Frieden“ und unterscheidet historisch mehrere Friedensbegriffe. Sein Interesse gilt jedoch überwiegend einem noch zu entwickelnden, integralen Friedensbegriff, der alle bisherigen Anschauungen umfasst plus unter neuesten erkenntnistheoretischen Aspekten um eine bisher weitestgehend vernachlässigte transrationale, d.h. jenseits des rational erfassbaren, kollektiv unbewussten und evtl. spirituellen Perspektive erweitert.
Nachdem Friedensarbeit im integralen Friedensverständnis bei sich selbst beginnt, werden die Semesterteilnehmer/innen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit, Rasse und politischer Herkunft in gemeinsamen Unterkünften und Unternehmungen (Projekte) zusammengebracht. Die 38 Teilnehmer/innen dieses Sommersemesters kamen aus * Albanien * Ägypten * Argentinien * Deutschland * Iran * Kanada * Kolumbien * Luxemburg * Mexiko * Nigeria * Norwegen * Österreich * Palästina * Syrien * Tschechien * Türkei * USA. Methodisch schöpft dieser integrale Ansatz aus den Verfahren der Humanistischen und Transpersonalen Psychologie (z.B. Gestalttherapie) und der modernen Konfliktforschung. Prof. Dietrich war auf Winfried Wagner durch dessen Bücher und durch seine bisherigen friedensbezogenen Initiativen und Engagements aufmerksam geworden. So nahm W. Wagner 2005 als Seminarleiter an einem Friedensprojekt in der von der UNO kontrollierten Pufferzone von Nikosia, der zwischen Griechen und Türken geteilten Hauptstadt Zyperns, teil. Bei diesem Projekt wurden Angehörige aus Ländern mit konflikthaften Beziehungen, z.B. Griechen und Türken (Zypernkrise), Israelis und Palästinenser (Nahostkrise), Amerikaner und Iraker (Irakkrieg), Serben und Kroaten (Balkankrieg) usw. zusammengebracht. 2009 organisierte er selbst eine Tagung in Schweinfurt zum Thema „Aikidô als Friedenskunst“, an der auch ein Friedensforscher der Universität Siegen teilnahm.
Die Tatsache, dass jemand friedliebend ist, heißt noch lange nicht, dass er auch friedfertig ist. Äußerer Frieden setzt inneren Frieden voraus; das gilt individuell wie kollektiv. Friedfertigkeit
muss also durch Erfahrung, Einsicht und Übung erlernt werden. Aikidô bietet hierfür
- auf der instrumentalen Ebene konkrete Selbstverteidigungs-Skills,
- auf der zwischenmenschlichen Ebene Fähigkeiten der Kontaktgestaltung und Konfliktbewältigung,
- auf der innerpsychischen Ebene Maßnahmen der Selbstregulation,
- und auf der integralen Ebene Maßnahmen der Körper-Geist-Arbeit
an. In seinem Seminar verband Winfried Wagner deshalb Aspekte der traditionellen japanischen Bewegungs- und Kampfkunst Aikidô mit moderner Entwicklungs-, Selbst- und Bewusstseinspsychologie und Neurobiologie. Es beinhaltete Vorlesungen, Selbsterfahrung und praktischen Übungen. Hierbei unterscheidet das Aikidô mehrere Entwicklungslinien, mit denen die TN sich in diesem Seminar beschäftigten:
- die Entwicklung von Verkörperung (Körperbewusstsein),
- die Entwicklung von Tugenden des zwischenmenschlichen Zusammenlebens,
- die Entwicklung von Selbstregulations-Kompetenz und
- die Entwicklung unseres Bewusstseins.
